Neues aus dem Fab-Maker-Projekt

05. Oktober 2026
Neues

 

Mehr als nur Werkzeug: Wie echte Verbundenheit in unseren Werkstätten entsteht

 

Was macht eine funktionierende Werkstatt-Community aus? Welchen Gegenwert erwarten lokale Werkstätten von Dachverbänden und wie lässt sich die Kommunikation zwischen der Basis und der nationalen Ebene beschleunigen? Im Rahmen des europäischen Erasmus+-Projekts Fab-Maker trafen sich Aktive aus Deutschland und Tschechien beim TEAMWƎRK in Aschheim bei München zu einer vielschichtigen Strukturanalyse.

Ein Abend im Haus der Eigenarbeit (HEi) in München, gefolgt von einem methodischen Roundtable am UnternehmerTUM MakerSpace: Die Frage nach der Zukunftsfähigkeit Offener Werkstätten bewegt Initiativen überall in Europa. Um Muster zu erkennen, wurden im Rahmen der Fab-Maker-Arbeitstreffen die Anforderungen und Potenziale auf vier Ebenen strukturiert: Lokal, Regional, National und International.

INTERNATIONAL
Horizonterweiterung, Erasmus+-Förderungen, Austausch von Best Practices
│
▼
NATIONAL
Politisches Sprechrohr, Rechtsberatung, Rahmenverträge (z.B. Versicherungen)
│
▼
REGIONAL
Unkomplizierter Face-to-Face-Austausch, Synergien bei Geräten, Netzwerk-Aktionen
│
▼
LOKAL
Identität, Anlaufstelle vor Ort, RepairCafés, MINT-Bildung & Ehrenamt

 

 

Die Praxisprobe: Wo Kommunikation ins Stocken gerät


In einem interaktiven Rollenspiel wurde der aktuelle Informationsfluss zwischen den Ebenen simuliert. Die Testfälle reichten von internationalen Projektanfragen bis hin zur lokalen Kaufberatung für Spezialmaschinen.

 

 

Das deutliche Ergebnis:


Ein streng linearer Weg von oben nach unten braucht oft zu lange und verpufft, wenn lokale Werkstätten nicht auf denselben Plattformen (wie Matrix) aktiv sind. Hier zeigte sich das enorme, oft ungenutzte Potenzial der regionalen Ebene: Lokale Nachbar-Werkstätten können Fachfragen zu Geräten oder Materialien meist innerhalb von Minuten klären – vorausgesetzt, die regionalen Ansprechpersonen und Netzwerke sind bekannt und aktiv eingebunden.

Synergien nutzen: Perspektiven für eine starke Zusammenarbeit
In einer Verhandlungsrunde zwischen lokalen/regionalen Vertretungen und der nationalen/internationalen Ebene schält sich ein klarer Konsens heraus: Lokale Werkstätten wollen entlastet werden, um sich auf ihre Kernarbeit vor Ort zu konzentrieren.

Um Mitglieder zu gewinnen, Werkstätten auszulasten und das Verständnis für Maker-Kultur in der Bevölkerung zu verankern, braucht es starke Unterstützung von oben:

  • Zentralisierte Services: Gemeinsame Rahmenverträge, Webhosting oder günstige Gruppen-Lizenzen sparen wertvolle Vereinsgelder.
  • Gebrauchsfertige Kampagnenmaterialien: Modulare Flyer, professionelle Erklär-Infografiken (z. B. nach dem bekannten iFixit-Prinzip) und Print-Templates, die lokal mit eigenem Logo wiederverwendet werden können, entlasten das Ehrenamt enorm.
  • Stabile Ansprechpersonen: Ein durchgängiges, hauptamtliches Service-Team im Verbund schafft Verlässlichkeit, die ein ehrenamtlich wechselnder Vorstand kaum allein tragen kann.

Gleichzeitig wurde deutlich: Die Werkstätten an der Basis sind durchaus bereit, höhere Verbundbeiträge zu zahlen und verlässliche Kennzahlen (Mitglieder- und Nutzungszahlen) zu liefern, wenn der direkte Mehrwert im Alltag spürbar ist.

 

 

Ein Blick über die Grenzen

Für die tschechischen Partnerwerkstätten des Fab-Maker-Projekts bot die Analyse einen wertvollen Ausblick. Da die Maker-Szene in Tschechien kompakter strukturiert ist, lassen sich die Fehler etablierter Kommunikationsketten von vornherein vermeiden und schlanke, agile Regionalstrukturen aufbauen.

 

Eure Meinung ist gefragt!

Wir wollen den Verbund gemeinsam weiterentwickeln. Wie sieht es in eurer Werkstatt aus?

  • Welche IT-Angebote (z. B. Nextcloud, Slack, Webhosting) nutzt ihr aktuell lokal, was zahlt ihr dafür und hättet ihr Interesse daran, diese Werkzeuge gemeinsam über den Verbund zu stemmen, um Geld und Aufwand zu sparen?
  • Welche Infomaterialien oder Kampagnen-Vorlagen fehlen euch für eure lokale Öffentlichkeitsarbeit?
  • Teilt eure Beispiele, Wünsche und Best Practices und meldet euch bei Sebastian: