Unter Makern in Frankreich
Meine Reise nach Rennes
In der Woche vom 23.02. – 01.03. nahm ich an einem Austausch Programm zwischen dem ZAM Erlangen und dem EduLab Rennes 2 teil. Organisiert wurde dieser vom JTM Jeunes à Travers le Monde in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Französischen Institut Erlangen. Dieses Austauschprogramm umfasste, dass ich mit einigen anderen Teilnehmer*innen nach Rennes reise, um dort zusammen mit den französischen Teilnehmer*innen des Programms die Stadt Rennes und einige der dort ansässigen Makerspaces zu erkunden und am Ende ein eigenes Projekt umzusetzen.
Im Rahmen einer Stadt Rally besuchten wir unter anderem:
L‘ Atelier des Transitions
Es handelt sich um einen Bauwagen mit einer kleinen, aber feinen integrierten Werkstatt. Dieser Makerspace nimmt Spenden in Form von Material und bietet dann einen Raum für kreative Projekte an. Dabei ist er mobil in ganz Rennes unterwegs. Als wir ihn uns angesehen haben konnten wir gerade beobachten wie ein junges Mädchen die abgebrochene Stange eines Regenschirms anpfeilte. Der Plan war wohl ein Parabol Mikrofon zu bauen um Vögeln besser lauschen zu könen.
Open Lab MakeMe im La Grand Huit
Das La Grand Huit war mein Lieblingsort in ganz Rennes. Es handelt sich eigentlich um eine Bar bzw. ein Erlebnisort, der sich durch rustikale Jahrmarktästhetik auszeichnet. Überall waren Holzpferde, alte Jahrmarktwägen und Flipperautomaten
Der Verantwortliche des Open Lab MakeMe ist eigentlich Lehrer an einer Design-Schule und hat das OpenLab für seine Schüler*innen eingerichtet. Dafür dass er die Räumlichkeiten im Grand Huit nutzen kann, restauriert er mit ihnen die alten Ausstellungsstücke des Grand Huit und hält sie instand. Eines seiner eigenen Projekte ist ein großer Roboterarm, der in der Halle des Grand Huit steht und dort Getränke serviert.
Im Open Lab gibt es 3D-Drucker, einiges an Werkzeug zu Holzbearbeitung inklusive einer digitalen Fräsmaschine und auch Möglichkeiten zur Arbeit mit Elektronik.

Inspiration von Low-Tech
Des Weiteren besuchten wir an einem Nachmittag eine sogenannte Low-Tech-Werkstatt, die etwas weiter außerhalb der Stadt auf einem Bauernhof zu finden war.

Ich lernte, dass „Low-Tech“ der Name einer Bewegung ist, die sich durch ihre kritische Haltung zum rasanten Ausbau der Technik auszeichnet. Technik ist nicht perse schlecht, sollte laut der Betreiberin aber immer mit Hinblick auf 3 Kriterien eingesetzt und weiterentwickelt werden: Nützlichkeit, Nachhaltigkeit und Zugänglichkeit. Wer mehr dazu wissen will kann sich gerne hier weiter belesen.
Nach der Einführung hatten wir circa zwei Stunden, um uns mit einem eigenen Projekt zu beschäftigen. Wir konnten uns entscheiden, ob wir einen Schuhauszieher aus Holz bauen oder eine kleine Tasche nähen wollen.

Das benötigte Holz kommt aus alten Europaletten

So kam es dazu, dass ich das erste Mal mit einer Nähmaschine arbeiten durfte.

Einführung an der Nähmaschine

Glücklicher Timm mit seiner ersten selbst genähten Tasche
EduLab Rennes 2
Die meiste Zeit verbrachten wir aber im EduLab Rennes 2 auf dem Uni Campus. Hier hatten wir zwei Tage Zeit uns ein Escape Room Rätsel auszudenken und mit dem vom EduLab zur Verfügung gestellten Materialien umzusetzen. Dieses Rätsel sollte dann im Mai im Rahmen des Comic Saloons in Erlangen ausgestellt werden.
Für die Umsetzung gab es einiges Möglichkeiten im Edulab. Dazu gehörten eine digitale Stickmaschine, 3D Drucker, ein Laser Cutter und noch einiges mehr.

Die Projekte umfassten: Ein Memoy-Spiel mit deutschen und französischen Namen für Tiere, ein 3D-Puzzle und zwei Perspektiv-Rätsel:

Am Ende der Woche gab es noch eine Runde, in der jede Gruppe ihr Rätsel präsentieren konnte.
travel & write
Dieser Bericht entstand im Rahmen des Projekts "travel & write". Falls du auch Lust hast, deine Erlebnisse in Offenen Werkstätten zu teilen und dafür Fahrtkosten erstattet zu bekommen, findest du hier mehr Infos, wie's geht.